Tarifgebundene Unternehmen zahlen im Vergleich zu den kleinen und mittleren Unternehmen Spitzenlöhne und Gehälter. Sollten nun überzogene Tariferhöhungen durchgesetzt werden, wird sich dies negativ auf die vielen kleinen Unternehmen, die den Löwenanteil an Beschäftigung in Thüringen ausmachen, auswirken befürchtet Reinhard Probandt, Landesvorsitzender des Liberalen Mittelstands Thüringen. "Nicht nur, dass es diesen hauptsächlich regional tätigen Unternehmen finanziell nicht ansatzweise möglich ist mit derartigen Gehaltssprüngen mitzuhalten - erschwerend kommt hinzu, dass die tarifgebundenen Unternehmen versuchen müssen und werden die Erhöhung zu kompensieren, indem sie bei ihren Zulieferern verstärkt Preisdruck ausüben."
In Folge dessen wird die gesamte Zulieferindustrie unter extremen Druck gesetzt. Sie möchte und muss einerseits mit den Löhnen mitziehen, da den Unternehmen sonst über kurz oder lang die Mitarbeiter verloren gehen, andererseits aber können die dadurch verursachten höheren Preise nicht am Markt realisiert werden, da gleichzeitig der Druck von oben erhöht wird. Während beispielsweise für die Stammbelegschaften von VW, Daimler oder Porsche Rekordzahlungen ins Haus standen, können ihre Zulieferer keine fetten Prämien zahlen, sondern kämpfen ums Überleben.
Der Liberale Mittelstand Thüringen spricht sich daher entschieden gegen überhöhte Tarifforderungen auf dem Rücken der Zulieferbranche aus und fordert maßvolle Abschlüsse um den Standort Thüringen auch für diese Branche langfristig zu sichern.